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Effektiver Schutz vor Leitungswasserschäden

Ein ungewollter Wasseraustritt bei der Wasch- oder Geschirrspülmaschine kann schnell zu einem Wasserschaden am Hausrat und am Gebäude führen. Wie sich mit einfachen Mitteln dieses Risiko minimieren lässt und welche Versicherungspolice einspringt, wenn doch etwas passiert.

26.5.2015 (verpd) Immer wieder verursachen defekte Zuleitungen an Waschmaschinen und Geschirrspülgeräten Wasserschäden in Wohnungen und Häusern. Es gibt jedoch einfache Mittel, wie sich derartige Schäden vermeiden lassen.

Zuleitungsschläuche von Wasch- und Geschirrspülmaschinen können – zum Beispiel durch Alterung, Materialfehler oder unsachgemäße Schlauchführung – undicht werden. Binnen kürzester Zeit können dadurch große Mengen Wasser auslaufen und die Wohnung oder das Haus sowie den Hausrat, aber auch die darunterliegenden Räume beschädigen.

Neben dem eigenen Schaden müssen Mieter in der Regel auch noch dem Vermieter die durch den Wasserschaden eventuell notwendigen Reparaturkosten am Gebäude, beispielsweise am aufgequollenen Laminatboden übernehmen. Wurde in einem Mehrfamilienhaus die darunterliegende Wohnung ebenfalls überschwemmt, muss der dort angerichtete Wasserschaden auch ersetzt werden.

Einfache Risikominderung

Eine Möglichkeit, das Risiko eines derartigen Wasserschadens möglichst klein zu halten, ist es, die Haushaltsgeräte nur unter Aufsicht laufen zu lassen und nach Beendigung des Waschvorgangs den Wasserhahn zuzudrehen. Denn platzt dabei ein Schlauch und wird dann sofort der Wasserhahn geschlossen, kann nicht viel Wasser auslaufen.

Eine noch einfachere Schutzmaßnahme ist ein sogenanntes Aquastopp-System. Es enthält ein Sicherheitsventil, das bei einem defekten Zuleitungsschlauch die Wasserversorgung der Maschine unterbricht.

Viele neuere Wasch- und Spülmaschinen haben diese Sicherheitseinrichtung bereits serienmäßig eingebaut. Sie kann aber auch ab etwa 20 Euro pro Gerät nachgerüstet werden.

Wenn die Waschmaschine alleine gelassen wird

Sollte trotz der Vorsichtsmaßnahmen etwas passieren, besteht für den Wasserschaden am eigenen Inventar Schutz durch die Hausratversicherung. Reparaturen infolge eines Leitungswasserschadens am eigenen Haus übernimmt die Gebäudeversicherung, sofern dieses Risiko in der Police mitversichert ist.

Wer eine Geschirrspül- oder Waschmaschine unbeaufsichtigt laufen lässt, weil er beispielsweise während des Waschvorgangs zum Einkaufen geht, handelt grob fahrlässig. Das Gleiche gilt, wenn der Wasserhahn, an dem die Zuleitung angeschlossen ist, offen gelassen wird, obwohl die Geschirrspül- oder Waschmaschine nicht in Betrieb ist und auch kein Aquastopp-System eingebaut ist.

Wurde ein Schaden grob fahrlässig verursacht, kann der Hausrat- oder Gebäudeversicherer die Entschädigungsleistung normalerweise um die Schadenhöhe, die direkt im Zusammenhang mit der groben Fahrlässigkeit entstanden ist, kürzen. In vielen Policen ist es jedoch gegen einen kleinen Prämienaufschlag möglich, grob fahrlässig verursachte Schäden in den Versicherungsumfang einzuschließen.

Finanzieller Schutz, wenn Dritte geschädigt werden

Entsteht durch ausgelaufenes Leitungswasser ein Schaden am Inventar einer Nachbarwohnung und/oder an der Bausubstanz der Immobilie des Vermieters, haftet der Wohnungseigentümer beziehungsweise der Mieter, dessen Haushaltsmaschine die Ursache des Schadens ist. Dieser kann sich jedoch durch eine Privat-Haftpflichtversicherung absichern. Sie tritt ein, wenn durch eigenes Verschulden ein Dritter zu Schaden kommt und man gesetzlich zum Schadenersatz verpflichtet ist.

Für geschädigte Vermieter und Nachbarn ist es jedoch in der Regel empfehlenswerter, den Schaden vorrangig durch ihre eigene Gebäude- beziehungsweise Hausratversicherung regulieren zu lassen, denn diese übernimmt bei zerstörten Gegenständen normalerweise den Neuwert. Der Neuwert entspricht dem Kaufpreis, der notwendig ist, um den beschädigten Gegenstand durch ein neues gleichwertiges Objekt zu ersetzen.

Eine Haftpflicht-Police erstattet dagegen stets nur den gesetzlichen Anspruch, und das ist der Zeitwert. Der Zeitwert berechnet sich aus dem Neuwert einer Sache abzüglich eines Geldbetrages für das Alter, den bisherigen Gebrauch und die Abnutzung des beschädigten Gegenstandes.